Röttenbach hat jetzt eine Besenbinder-Arena
Einweihung: Mit Sekt taufte der Röttenbacher Karneval-Club die Trainingshalle für die 140 Tänzer.
Röttenbach - Tief aufgeschnauft habe vor einiger Zeit Thorsten Ott, der Präsident des Röttenbacher Karneval-Clubs "Die Besenbinder". Das behauptete zumindest Landrat Eberhard Irlinger bei seiner Gratulation zur neuen Trainingshalle. Am Samstagnachmittag wurde das Gebäude, in dem allwöchentlich 140 Kinder und Jugendliche trainieren, auf den Namen "Besenbinder-Arena" getauft.
Ein fröhliches Sommerfest hatten die Röttenbacher vorbereitet. Unter Heizpilzen witzelte man dann von Herbstfeier und gar "Après-Ski-Party", bis das bunte Programm mit Bauchredner Marcelini samt seinem Hund Oskar, der Playback-Gruppe des Vereins "Comedian Harmonists", den Tanzmariechen und am Abend der Nürnberger Band "Blind House" einheizte. Die befreundeten Karnevalisten aus Stödlen "Die Sandhasen" grillten ein Spanferkel.
Aber zuvor stieg Torsten Ott in den Röttenbacher Huckelkorb. In seiner wohl gereimten Büttenrede dankte er den vielen, die den Bau ermöglichten: ortsansässigen Betrieben und auch Firmeninhabern, deren Töchter bei den Besenbindern tanzen. Viel Eigenarbeit steckt im Bau. Ausdrücklich würdigte Ott den Einsatz seines Vorgängers, Walter Semmelroth: "Er hat sich für die Jugendlichen und die Idee hingestellt." Für den Bau galt es einen Spagat zu meistern zwischen "megaprotzigen Wünschen" (Ott) und einem schmalen Vereinssäckel.
Das rundet sich wieder dank dem Gemeinderat und dem Bayerischen Landessportverband. Die Kommune gab 60000 Euro Zuschuss und ein günstiges Darlehen von 50000 Euro. Walter Fellermaier vom BLSV gratulierte nicht mit leeren Händen zum
"tollen Werk": Der Dachverband unterstützt den Tanzsport in Röttenbach mit einem Zuschuss von 37000 Euro und 14000 Euro als Darlehen.
Zum ersten Mal stieg Bürgermeister Wahl in die Bütt und bewies sich als Kenner der Besenbindergeschichte. 1976 hat es mit der "Gummistiefelgarde" in der Abteilung Gymnastik beim TSV angefangen. Elf Jahre später sollte ein Elferrat eine erste Prunksitzung vorbereiten. Man traf sich dazu im Sportheim. Jeder der Dazustoßenden sei, so berichtete Wahl, mit einem "Du aa?" begrüßt worden. Daraus sei dann der Faschingsruf der Röttenbacher entstanden.
Aus diesen Anfängen wuchs ein reges Vereinsleben der 400 Mitglieder, allen voran die jungen Tänzerinnen und Tänzer. Sieben Jahre trainierten sie in der Lohmühlhalle, dann wechselten sie für zehn Jahre in die Halle der Hemhofener Geflügelzüchter. Mit der eigenen Halle, deren Bau im Herbst 2005 begonnen wurde, sind Trainingskontinuität und beste Bedingungen für den Tanzsport gewährleistet. Ein speziell gedämpfter Schwingboden minimiert das Verletzungsrisiko.
Die Besenbinder-Arena ist inzwischen gut ausgelastet: Montag bis Freitag finden von 15 bis 21 Uhr Übungsstunden statt. Und auch am Wochenende trifft man sich zu Tanzworkshops.
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